Unawed, though face to face with death,
„With God's good help I will!“
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But where is he, that helmsman bold?
The Captain saw him reel, —
His nerveless hands released their task,
He sank beside the wheel.
The wave received his lifeless corse
Blackened with smoke and fire.
God rest him! Never hero had
A nobler funeral pyre!

Alger war zwar, wie diese Auszüge zeigen, durchaus Dilettant, hat aber die Handlung stellenweise dramatischer gestaltet als seine Vorgänger. So wird Maynard nicht am Anfang genannt, sondern erst, als die Lage schon fast hoffnungslos aussieht; stattdessen wird in der zweiten Strophe das drohende Verhängnis prophezeit. Auch sonst ist manches geändert: Maynard ist nicht mehr ausdrücklich als alter Mann gekennzeichnet; als Ort des Unglücks ist nur noch der Eriesee angegeben (ohne Nennung des Ausgangs und Bestimmungsorts und ohne Andeutung, ob man sich den Brand am Anfang oder am Ende der Reise zu denken hat); der Kapitän steigt selbst in den Schiffsraum, um das beginnende Feuer zu inspizieren; von feuergefährlichen Materialien, fehlenden Rettungsbooten und dem Sprachrohr des Kapitäns ist nicht die Rede; und die ängstlichen Fragen der Reisenden betreffen nicht mehr die Entfernung vom Ufer. Neu hinzugedichtet sind ein wenig passender Name für das Schiff („Ocean Queen“), die Zahl der Reisenden (dreihundert) und Maynards Herkunft („aus dem Osten“, wie der Verfasser selbst). Ferner sieht der Kapitän Maynard zuletzt sterbend über Bord fallen; gleichzeitig danken die Reisenden Gott für ihre Rettung, was sie in den beiden früheren Fassungen versäumt hatten.

Alger schickte sein Gedicht sofort an die Kinderzeitschrift The Student and Schoolmate in Boston. Es erschien dort im Januar 1868, mit einem Hinweis auf Gough und einem Bild, das einen jungen, bartlosen Maynard inmitten der Flammen zeigt. Der Autor erhielt ein Honorar von drei Dollar und meinte, damit würde die Sache zu Ende sein; aber zu seiner Überraschung wurde die Ballade zu einem beliebten Rezitationsstück für Schulfeiern und ähnliche Anlässe11.

Im Jahre 1873 tauchten die Verse in einem „Lesebuch für Schule und Haus“ auf, und zwar zusammen mit dem Prosastück von Gough; 1875 nahm Alger selbst sie in eine Sammlung seiner Gedichte auf, und in den darauffolgenden Jahrzehnten erschienen sie immer wieder in populären Sammlungen von Vortragsstücken, vielfach in einer verstümmelten, um anderthalb Strophen gekürzten Fassung12. Offenbar fand das große Publikum den Stoff ebenso spannend wie der Verfasser selbst. Schiffe in Gefahr, möglichst mit Feuer oder Opfertod, waren ja das ganze Jahrhundert hindurch als Balladenthema beliebt; man denke z.B. an den „Lotsen“ („Siehst du die Brigg dort auf den Wellen?“) von Ludwig Giesebrecht (1792—1873), an „Casabianca“ („The boy stood on the burning deck“) von der Engländerin Felicia Dorothea Hemans (1793—1835), oder an „Jim Bludso of the Prairie Belle“ von dem amerikanischen Staatsmann John Hay (1838—1905)13. Nur aus der Vorliebe des Publikums für dies Genre läßt sich der Erfolg von Algers unbedeutendem Gedicht überhaupt erklären.

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